Verschiedene Kameras

Welche Kamera soll ich mir kaufen? – Empfehlung vom Fotografen

Oft bekomme ich von Freunden, Kunden, … die Frage gestellt: „Welche Kamera kannst du mir empfehlen?“

Ich will an dieser Stelle einen Vergleich, wenn auch etwas überspitzt, darstellen.

Kommt ein Mann in ein Autohaus und sagt: „Ich will ein Auto kaufen!“ Jetzt sollte schnell klar sein, dass man nicht direkt mit einer vernünftigen Antwort rechnen darf.

Gerne starte ich in dem Fall mit einer Gegenfrage. Was bzw. wie soll in erster Linie fotografiert werden? Wer lediglich ein paar hübsche Urlaubsfotos machen möchte, benötigt ganz sicher keine Spiegelreflexkamera. Falls Ambitionen für die Fotografie bestehen, könnte man über eine kleine DSLR (Abk. für digitale Spiegelreflexkamera) nachdenken.

Fotografieren ist für Jedermann bezahlbar!

Mittlerweile gibt es kleine Spiegelreflexkameras schon für unter 300€. Vor einigen Jahren war das unvorstellbar! Meine erste DSLR habe ich vor ca. 8 Jahren gekauft und musste satte 1.000€ auf den Tisch legen. Das die heutige 300€ DSLR deutlich besser sind als meine damalige 1.000€ DSLR brauch ich wohl nicht zu erwähnen. Neben den kleinen Kompaktkameras und den meist besser ausgestatteten DSLR-Kameras gibt es eine Reihe weiterer Gruppierungen wie zB SLT (Single Lens Translucent mirror) und Bridgekameras (das ist ein Kameraklasse zwischen Amateur und Profi), auf die ich an dieser Stelle jedoch nicht weiter eingehen will, da es meiner Ansicht nach noch Exoten sind.

Für wen sind also Kompaktkameras geeignet und wer sollte eher zur Spiegelreflex greifen?

Kompaktkameras sind wie der Name schon sagt, kompakt, also klein und leicht, wodurch sie ideal sind um sie immer dabei zu haben. Die Männer haben die Kamera zB immer im Handschuhfach oder am Gürtel, die Frauen natürlich in der Handtasche 😉 Somit verpasst man keinen Moment im Leben. Gerade im Urlaub sind diese Kameramodelle, die es meist schon ab 90€ gibt, von Vorteil, da man Gewicht und Platz im Gepäck spart. Für ca. 150€ sollte man aktuell, das heißt Stand 15.01.2013, eine vernüftige Kompaktkamera bekommen. Die Modelle dadrunter sind oftmals nicht so gut verarbeitet oder verwenden noch alte Technik. Modelle über 300€ haben oft Funktionen wo man sich selbst fragen muss, ob man diese ernsthaft braucht bzw. wirklich nutzen wird. 3D, GEO-Tagging, WLAN und vor allem Tochscreens sind hier eher als Spielerei anzusehen.

Gerne würde ich euch an dieser Stelle Kamera XY vom Hersteller BlabliBlupp empfehlen, allerdings kommen fast täglich neue Modelle dazu, so dass ich euch mit meinem Blogeintrag lediglich aufzeigen kann welcher Kameratyp für wen am geeignetsten ist.

Vorteile einer Kompaktkamera:

• Preis

• geringeres Gewicht und Größe

• leichter zu bedienen als DSLR-Kameras

• bei guten Lichtverhältnissen ähnlich gute Bildqualität wie bei DSLR-Kameras

Kompaktkameras gibt es in allen Farben
Kompaktkameras gibt es in allen Farben

Wer mit seiner aktuellen Kompaktkamera nicht zufrieden ist, weil man beispielsweise Zeit, Blende oder den Fokus nicht manuell einstellen kann, der sollte sich im Einstiegsbereich der DSLRs umschauen. Mit diesen Kameramodellen sind einem kaum noch Grenzen gesetzt, denn man ist nicht mehr durch Automatikprogramme eingeschränkt. Gerade die Einstiegsmodelle haben natürlich auch noch Automatikprogramme, aber wer diese ausschließlich nutzt,  hätte wohl auch eine Kompaktkamera kaufen können und somit einiges an Geld sparen können. Das gesparte Geld könnte man besser in einen Grundkurs für Fotografie investieren oder sich Lehrbücher-/ DVDs holen. Als Fotograf hört man nicht gerne den Satz „Ihre Kamera macht aber gute Fotos!“, das liegt daran, dass die Kamera keine Ideen entwickelt, wichtige Momente entdeckt oder das Licht perfekt setzt. Eine gute Ausrüstung hilft einem lediglich dabei seine Ideen technisch gut umzusetzen. Die Spiegelreflexkamera eignet sich daher optimal für Leute, die Ihre Kreativität ausleben wollen und mit Kompaktkameras an die technischen Grenzen stoßen. Für Technikinteressierte gibt es außerdem sehr viel Zubehör, durch welches die Kamera optimal an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden kann. Für mich als Hochzeitsfotograf sind lichtstarke Objektive wichtig und mein Kameragurt, an den nicht nur eine sondern zwei bzw. sogar drei Kameras passen. Der Tragekomfort und das Handling ist deutlich besser.

Vorteile einer DSLR:

• kaum technische Einschränkungen/ mehr Kreativität

• robuster (Magnesium-Druckguss-Gehäuse bei Semi-/ professionellen DSLR) und besser verarbeitet

• höheres Gewicht reduziert Verwackler

• auch bei schlechten Lichtverhältnissen gute Bildqualität

• Objektive wechselbar/ flexibel einsetzbar

• sehr viel Zubehör

Canon EOS 5D Mark II + Canon 70-200mm 2,8L IS II USM
Canon EOS 5D Mark II + Canon 70-200mm 2,8L IS II USM

Investiert in gute Objektive!

Einer der Gründe für den Kauf einer Spiegelreflex ist sicher die Möglichkeit verschiedene Objektive an einer Kamera benutzen zu können. Für jede Aufnahme gibt es das passende Objektiv, teilweise sehr spezielle Modelle wie TS-Objektive, welche Verwendung bei der Architekturfotografie finden, da man sogenannte stürzende Linien vermeiden kann. Beliebt, aber ebenfalls nicht ganz günstig sind Fish-Eye-Linsen mit denen sich sehr witzige und ausgefallene Fotos machen lassen, da sie das Bild stark verzerren.

Canon Objektive von 16 bis 200mm
Canon Objektive von 16 bis 200mm

Wer beim Kamerakauf sehr auf das Geld achten muss, dem rate ich eher zu einer günstigen DSLR oder ggf. einer gebrauchten Kamera. Für wenig Geld kann man sich gute Objektive kaufen, beispielsweise eine 50mm Festbrennweite, die man oft für unter 100€ kaufen kann. Diese Optiken sind oftmals sehr lichtstark, wodurch auch noch bei schlechten Lichtverhältnissen fotografiert werden kann. Ein weiterer Vorteil bei Festbrennweiten mit einer Offenblende von 2.8 oder besser ist, dass man wunderbar mit der geringen Tiefenschärfe spielen kann.

Für manche ist es ein Nachteil, dass man bei einer Festbrennweite den Bildausschnitt nicht mit einem Dreh am Zoomring ändern kann, sondern seine Beine bewegen muss, wenn man den Bildausschnitt ändern will. Ich sehe es eher als Vorteil an, da man so andere und vor allem mehr Perspektiven entdeckt und die Qualität der Fotos steigt. Somit kommen wir zum Punkt Qualität statt Quantität. Beim Fotografieren mit Festbrennweiten nimmt man sich automatisch mehr Zeit für die Bildgestaltung wodurch man logischerweise nicht so viele Fotos machen kann wie mit einem Zoomobjektiv. Nach dem Fotografieren spart sich viel Zeit, da nicht so viele ähnliche Fotos entstehen, die im Anschluss eh gelöscht oder nie wieder angesehen werden.

Fazit:

Da sich die heutigen Kameras in Sachen Bildqualität kaum noch unterscheiden, braucht man eigentlich keine Kameratests und Vergleiche studieren. Am besten schaut man sich die Kameras einer Preisklasse, die für einen in Frage kommt, im Fachgeschäft oder bei Saturn und Co. an. Schnell werdet ihr Unterschiede bei der Verarbeitung feststellen bzw. ob die Tasten zB viel zu klein und dicht bei einander sind. Nach Möglichkeit solltet ihr euch die Menüführung anschauen. Ist das Menü und die Bedienung der Kamera intuitiv oder muss man erst das Handbuch durchlesen um gescheite Fotos machen zu können? Sicher haben Freunde und Bekannte von euch Kameras, fragt nach, ob ihr diese für einen Tag testen dürft und was den Personen an der Kamera gefällt oder welche Dinge stören. Wichtig ist, dass man sich nicht von schönen bunten Bildern auf dem kleinen Display begeistern lässt, sondern diese auf einem großen PC-Monitor ansieht!

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